Mensch ärgere Dich nicht,




das wohl deutscheste Spiel der Nation







Josef Friedrich Schmidt

Ausgedacht hat sich das Ganze der Münchner Angestellte Josef Friedrich Schmidt (* 24.11.1871 in Amberg, ϯ 28.09.1948 in München) schon im Jahre 1905. Der Siegeszug dieses berühmten Spiels begann aber erst 1914, dem offiziellen Gründungsjahr des Schmidt Spieleverlages, in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Den Weg dorthin hatte das Spiel mit den bunten Holzkegeln (Pöppeln) aus den Lazaretten gefunden, an die er eine erste Auflage von 3.000 Exemplaren einer Einfachversion seiner Erfindung verschenkte. Er tat dies sicher aus Solidarität mit den Frontsoldaten, aber auch aus einer gehörigen Portion Ärger heraus: Denn kaufen wollte bis dato seine später als Jahrhundertspiel gefeierte Idee niemand. Lediglich seine drei Söhne und deren Freunde, für die dem Hobby-Tüftler aus dem Arbeiterviertel Giesing an langen Winterabenden die Würfel-Gaudi einfiel, hatten ihren Spaß am temporeichen Vorrücken, schadenfrohen Blockieren und mitleidslosen Rausschmeißen. Vor allem daran! Vieles änderte sich jedoch, als die deutschen Landser nach Kriegsende endlich zu Hause ihre Tornister in die Ecke stellten und auspacken durften. Darin steckten neben vielen Erinnerungen eben auch „Mensch ärgere Dich nicht“ , das fortan in den Familien von der Nordsee bis zum Bodensee für fröhliche Spielerunden sorgte und alles Andere als Ärger machte. Josef Friedrich Schmidt beispielsweise zum angesehenen Besitzer eines renommierten Spieleverlages: Denn nur zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg blickte der düstere Herr bereits von mehr als einer Million roter Schachteln in die Wohnzimmer der Deutschen. 35 Pfennige musste damals die Spielenation für ein „Mensch ärgere Dich nicht“ auf den Ladentisch legen. Kaum mehr mussten sie damals auch für ein Pfund Zucker bezahlen.

Museums-Plakat, noch einmal klicken für ein größeres Bild Selbst heute noch hellt sich die Miene des so finster blickenden Herrn im schwarzen Anzug nicht auf. Obwohl er dazu wahrlich allen und guten Grund hätte: Schließlich steht die knallrote Schachtel, die so unverwechselbar sein Konterfei trägt, in nahezu jedem deutschen Haushalt und hat selbst im „Haus der Geschichte“ in Bonn einen Ehrenplatz erhalten. Es sind mittlerweile über 70.000.000 Exemplare verkauft und es gab anlässlich des 90. Geburtstages eine eigene Ausstellung im Nürnberger Spielzeug-Museum (vom 2. Juli 2004 bis 13. Februar 2005, siehe Bild links). Mit Unterstützung der Schmidt Spiele GmbH und einiger privater Spiele-Sammler zeigte das Spielzeugmuseum Nürnberg in einer Sonderausstellung die Geschichte des Spieleklassikers und seiner Nachahmungen, ging den uralten indischen Wurzeln und europäischen Varianten nach und beleuchtete auch die emotionale Ebene des Spiels. Eine kleine Bildergallerie aus dieser Ausstellung könnt Ihr Euch hier ansehen. Die Aufnahmen sind leider nicht besonders gut, aber das liegt daran, dass in der Ausstellung das Fotografieren verboten war und ich es deshalb heimlich machen musste. Diese Ausstellung wanderte danach nach Mörs, wo sie in der Zeit vom 23. Juli bis 5. November 2006 im Grafschafter Museum im Schloss zu sehen war.

Zum
100. Geburtstag des "Mensch ärgere Dich nicht" im Jahre 2014 gab es auf der Nürnberger Spielwarenmesse eine riesige Geburtstagstorte. Die Ausmaße sind nur zu schätzen im Vergleich zu den drum herum stehenden Personen, aber ich schätze sie auf 1 x 1 m. Seht selber.

Doch wer ist eigentlich dieser Mann, der in den zurückliegenden 100 Jahren in nur drei (vier, mit Elektronik) unterschiedlichen Konterfeis auf den Schachteln erscheint? "Ein gut gekleideter Herr mit roter Krawatte rauft sich die Haare über eine bestimmte Spielsituation. Sein Gesichtsausdruck zeigt, dass er sich ärgert. Er ist so ungehalten, dass er offenbar soeben mit der Faust auf den Spieltisch

Titel-Figur
Titel-Figur
Titel-Figur
Titel-Figur
sehr seltene Titel-Figur, Spiel aus dem Jahre 1932
die häufigste "ältere" Titel-Figur
seit etwa 1976 erscheint dieser
"moderne Mann"
auch beim elektronischen Spiel
fallen Figuren (durch Maus-Klick?)
2003

geschlagen hat: Drei Spielfiguren sind dabei herunter gefallen (seit über 100 Jahren in derselben Stellung). Diese Gestalt personifiziert die Gefühle des "Sich-Ärgerns" und des "Sich-Ärgern-Könnens", die dieses Spiel so lebendig machen, denn was wäre "Mensch ärgere Dich nicht", wenn alle Beteiligten nur stumm um den Tisch säßen und sich zu keinerlei Gefühlsregung Ärger-Spiele, rororo
hinreißen ließen?" Dieser Text stammt von Dirk Hanneforth und Andreas Mutschke, die zum Thema "Ärger-Spiele" im Rowohlt Taschenbuch Verlag (1991) ein Buch herausgegeben haben, in dem sie sich neben dem "Mensch ärgere Dich nicht" auch mit Varianten und Verschärfungen sowie der Geschichte der "Ärger-Spiele" befassen.

"Mensch ärgere Dich nicht" zählt zur Gattung der Würfelbrettspiele. Zwar ist es gerade erst einmal neunzig Jahre alt, doch reichen seine Wurzeln bis nach Indien auf das "Chaupad" Spiel zurück. Dieses komplexe Laufspiel mit ursprünglich religiösem und symbolischen Gehalt, das bis heute Nationalspiel der Inder ist, kann auf eine etwa 2.000-jährige Tradition zurück blicken. Bis heute sind zahlreiche historische und aktuelle Varianten und Namen des Spiels in Indien und anderen asiatischen Ländern bekannt. Indien-Reisende brachten "Chaupad" nach Europa und in die USA, wo es als "Pachisi" zum Sammelbegriff für indische Laufspiele wurde. Überwiegend einfache Pachisi-Varianten wie "Eile mit Weile" oder "Ludo" erschienen im 19. Jahrhundert auf dem Markt. Doch erst in seiner von Josef Friedrich Schmidt entwickelten Form und unter dem seit 1914 gebräuchlichen Titel "Mensch ärgere Dich nicht" wurde dieses uralte und doch ewig junge Spiel richtig populär."
(aus: Presseinformation des Spielzeugmuseums Nürnberg zur Sonderausstellung "Mensch ärgere Dich nicht" Geschichte eines Spieleklassikers)

Zahlreiche Verlage versuchten in der Folgezeit durch Plagiate und Nachahmungen vom anhaltenden Erfolg des Origianlspiels zu profitieren. Rechtlich geschützt werden konnte nämlich nur Titel und Gestaltung, nicht aber die Spielidee. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer wieder Spiele heraus mit ähnlich klingenden Titeln wie "Der Mann muss hinaus" oder "Mensch, verdrück Dich". "Ärger-Spiele" kamen regelrecht in Mode. Doch keines dieser Nachahmungen hatte je den Erfolg von "Mensch ärgere Dich nicht", das es noch bis heute auf dem Markt gibt.



Zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken!
1975 1987 Jubiläumsausgabe 1999 Blechdose ein Spiel ohne Logo Logo kleines “S” 1963 1991 Hochformat 1932 1951 quadratische Ausgabe 1932

Ich sammele "Mensch ärgere Dich nicht", aber keiner weiß warum, nicht einmal ich selber, es hat sich einfach so ergeben. Das Spiel sieht doch seit über 100 Jahren immer gleich aus, eigentlich langweilig.

Oder doch nicht?

Ich habe mittlerweile über 80 Exemplare des Original-Spiels, und wenn man sie sich genau anschaut, findet man doch zahllose Unterschiede, die ich hier zusammengestellt habe. Mein ältestes Exemplar ist das nebenstehende Spiel von 1928.
Ein weiteres Schätzchen ist die unten abgebildete "Feldpost-Ausgabe" (für den 2. Weltkrieg) von 1938, die Josef Friedrich Schmidt seinerzeit im 1. Weltkrieg an die Lazarette verschenkte und damit den Siegeszug dieses Spiels einläutete.

Spiel von 1928
Feldpostausgabe von 1938 Aufkleber der Um-Verpackung
Aufkleber auf der Um-Verpackung direkt zum Versenden an die Front.
 
 

Übrigens, wenn Sie eine ältere Ausgabe des Spieles besitzen, finden Sie bis etwa 1961 die Zahl des Erscheinungsjahres versteckt auf dem Titelbild abgedruckt: Neben dem Bild mit dem grimmigen Herrn, unter der Ecke des abgebildeten Spielplanes, in der die schwarzen Figuren starten, ist eine winzige Zahl zu erkennen. Diese Zahl gibt das Jahr der entsprechenden Ausgabe an (siehe unten).
(auf das Bild klicken zum Vergrößern)

 

In den mir vorliegenden alten Katalogen und Preislisten (1936 bis 1939) der Firma Josef Friedrich Schmidt wird nie ein "Mensch ärgere Dich nicht" beworben. Erst im Jahre 1950 taucht das Spiel auf. Wahrscheinlich war es bis dahin so bekannt, dass gar keine Werbung erforderlich war. Und im Jahre 1950 hieß es dann auch (siehe gelb umrandeten Text):
"Verlangen Sie stets "Mensch ärgere dich nicht". Weisen Sie Nachahmungen zurück. Das Spiel ist in jeder Menge lieferbar."
Anscheinend versuchten zu viele andere Verlage auf den Erfolgszug aufzuspringen.

aus: Schmidt Spiele 
Katalog 1950
Jahreszahl  

Das erste Logo der Firma J osef   F riedrich   S chmidt war ein Würfel mit den Initialen des Firmengründers. Dieser Würfel erschien auch in unterschiedlichen Färbungen, mal mit dem Copyright-Vermerk an der Würfel-Oberkante, mal an der Unterkante.

JFS-Würfel

Auch bei den Spielplänen gibt es Unterschiede: nicht, dass sie einmal für vier und einmal für sechs Personen gedacht sind, nein, der 6er-Plan hat in älteren Ausgaben am Übergang des Feldes A, dem Anfangsfeld jeder Farbe, eine kleine Variante (erster und dritter Plan von links). Außerdem gibt es natürlich Unterschiede in der Qualität der Pappe und auch Spielpläne, die puzzleartig zusammen zu setzen sind. Zu guter letzt tauchen auch Spielpläne auf, die nicht mittig, sondern asymmetrisch, und das auch noch in unterschiedlichen Teilungen, oder sogar vierfach gefaltet sind.

Spielpläne Spielpläne
Spielpläne

Es gibt Spiele ohne Würfelbecher, mit Würfelbecher aus Leder und auch einfachere Versionen mit Kunststoffbecher.
Würfelbecher

Pöppel

Natürlich müssen sich dann auch die Spielfiguren (Pöppel) unterscheiden: Es gibt Pöppel aus Holz, dicke und dünne, fein gedrechselt, aus Kunststoff, als Würfel und als große runde Platikscheiben. Zu den beiden letzten komme ich später noch einmal. In späteren Jahren wurden dann zu den Merchandising-Spielen auch entsprechende Figuren als Papp-Aufsteller hergestellt.

 

Wenn schon die Spielpläne variieren, sich die Pöppel in den Ausgaben unterscheiden, müssen natürlich auch die Schachteln selbst Unterschiede aufweisen. Die alten Ausgaben haben eine sehr länglich/schmale Schachtel mit einem Kantenverhältnis von rd. 2 : 1 (Länge zu Breite = 410 mm zu 210 mm). Es kamen dann auch Schachteln hinzu mit Kantenverhältnissen von rd. 1,8 : 1, 1,6 : 1, 1,4 : 1 bis hin zu 1 : 1, der oben abgebildeten quadratischen Schachtel. Die Schachtelmaße in der Länge haben noch zahlreichere Varianten, z.B. 410 mm, 380 mm, 370 mm, 340 mm, 310 mm, 290 mm, 270 mm, 250 mm, 200 mm, 180 mm bis hin zum quadratischen Spiel von 170 mm.

Kanetenverhältnis  
Unterschied in Titelzeile

Eine absolute Rarität ist aber die links abgebildete Ausgabe von 1932, die in der Titelzeile nicht den bekannten und eigentlich immer vorhandenen Text "Das beliebte Original-Spiel" trägt, sondern stattdessen den Text "Das überall bekannte Spiel".
Sicherlich auch in sehr kleiner "Weihnachts"-Auflage erschienen ist das unten gezeigte Exemplar von der Vedes mit der Artikel-Nr. 3L. Wann dieses Spiel erschienen ist, kann ich leider nicht sagen.

(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Ausgabe Blatz mit
Ausgabe Blatz mit

Ebenfalls eine schöne Variante ist die unten rechts abgebildete Ausgabe von 1969 mit "Pop-o-Matic", einem "Würfelautomaten", der auch bei nicht geöffneter Schachtel betätigt werden kann. Diese Idee griff man später nochmals auf und veröffentlichte unter dem Label Blatz die links abgebildetet Reiseausgabe mit magnetischen Spielfiguren. Hier wurde jedoch nicht "gepoppt", sondern durch Drehen der Plexiglas-Kugel wurde gewürfelt.

Vedes Weihnachts-Ausgabe Vedes Weihnachts-Ausgabe

Dass die Spiele im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Logos erschienen sind, habt Ihr sicherlich schon durch die zahlreichen Abbildungen festgestellt. Zuerst war gar kein Logo auf der Schachtel, dann kam der "JFS-Würfel" in unterschiedlicher Färbung, ab 1970 kam dann das langgezogene "S", mal mit einem Mädchen rechts daneben, mal ohne, später (1975) wechselte man auf das kurzes "S", das bis heute noch geblieben ist.

Pop-o-Matic Pop-o-Matic

Um dem Spiel im Laufe der Jahre immer wieder neuen Schwung in der Vermarktung zu geben, wurden neben dem klassischen Spiel für 2 bis 4 oder 2 bis 6 Personen weitere Ausgaben veröffentlicht. So gab es einmal eine Ausgabe, in der das "Mensch ärgere Dich nicht" mit dem bekannten "Spitz Paß auf!" kombiniert wurde. Im Jahre 1979 kam eine Reiseausgabe auf den Markt, die einen dicken, aufklappbaren Spielplan aus Kuststoff besaß, worin die Spielfiguren unter einer seitlichen Klappe verstaut wurden und so auf der Reise nicht verloren gehen konnten. Die Felder auf dem Spielplan hatten kleine Ränder, so dass die Figuren im Zug oder Auto auch nicht so leicht umfallen konnten. 1987 kam dann die erste Jubiläumsausgabe zum 75. Geburtstag des Spieles auf den Markt, erkennbar an der goldenen 75 rechts oben auf der Schachtel. Diese Ausgabe wurde dann 1999 dahingehend abgewandelt, dass aus der 75 das Schmidt-"S" wurde. 1990 erschien eine Kinderausgabe mit Micky Mouse in einer roten Schachtel, die zwei Jahre später in eine blaue Schachtel gepackt wurde. 1991 wurde dann eine Reiseausgabe veröffentlicht mit dem puzzleartig zusammen zu bauenden Spielplan und eine Schachtel im Hochformat. Dieses hochformatige Spiel gibt es natürlich mit gleicher Artikel-Nummer auch im klassischen Querformat. Einige Jahre

Mensch ärgere Dich nicht mit Spitz paß 
auf! Jubiläumsausgabe Jubiläumsausgabe Kinderausgabe
Hochformat   Querformat Bodenspiel Pocahontas
Würfel-Ausgabe
Würfel-Ausgabe Würfel-Ausgabe
Das Kartenspiel Das Knobelspiel Sonderedition in der Blechdose

später wurde dann das Riesen-Boden-Spiel herausgegeben, zu dem auch die oben gezeigten, großen hohlen Plastikscheiben als Spielfiguren gehören. Im Jahre 1996 kam dann die "Pocahontas"-Ausgabe heraus, passend zum gleichnamigen Disney-Film. Zwei Jahre später erweiterte der "Mensch ärgere Dich nicht"-Würfel die Palette. Er hat nur eine Kantenlänge von 75 mm, ist auseinander zu falten, wird dadurch zum Spielplan und enthält das gesamte Spielmaterial. 1999 erschien zum 85. Geburtstag das bekannte "Mensch ärgere Dich nicht"-Titelbild auf dem Gesamtkatalog der Firma Schmidt Spiele, der seitdem jedes Jahr in feuerrot daher

kommt. Geworben wird mit "und jetzt kommts noch ärger": Als neue Mitglieder in der "Mensch ärgere Dich nicht"-Familie können "Das Knobelspiel" und "Das Kartenspiel" begrüßt werden. Die oben abgebildeten Würfel-Figuren gehören in das Knobelspiel. Im Jahre 2000 wurde dann eine Sonderedition in einer Blechdose auf den Markt gebracht. Diese Dose enthielt neben den Spielen von 2 bis 4 und 2 bis 6 Personen auch das Knobelspiel und das Kartenspiel. Diese Sonderedition nannte sich "Mensch ärgere Dich nicht" - noch mehr. Weitere Ergänzungen der Familie wurden dann "Das 3-Dreh Spiel", "Mensch ärgere Dich nicht - Die CD-ROM" sowie der Spielteppich im Format 92 cm x 92 cm. Eine recht ausgefallene Ausgabe ist die Trage-Box aus Kunststoff. Sie enthält einen puzzleartigen Spielplan und einfache Pöppel aus Plastik. Neu hinzu gekommen zu meiner Sammlung ist ein blaues "Mensch ärgere Dich nicht" von der Firma Blatz, die für kurze Zeit die Firma Schmidt übernommen hatte, bis man wieder zum alten Traditionsnamen Schmidt zurück kehrte. Auch eine kleine Blechdose "BIG Mini" von Schmid ist neu bei mir. Diese Mini-Ausgabe hat Schmidt auch noch in einer gleich-kleinen Faltschachtel mit dem Werbeträger Nordsee herausgegeben. Die Größe der Schachtel bzw. Blechdose beträgt nur 10 x 7 cm. Eine schöne Erweiterung ist auch die Ergänzungspackung "Kick oder Karte", die nur zusammen mit dem Grundspiel zu spielen ist.
Jetzt gibt es auch ein "Mensch ärgere Dicht nicht" - mal anders. Es befindet sich in einer aufklappbaren Plastik-Box, die gleichzeitig als Würfelturm fungiert. Auch der Spielplan ist mal anders.

Das 3-Dreh-Spiel Die CD-ROM Reiseausgabe Bodnspielteppich Die Trage-Box Blatz-Ausgabe Blatz-Ausgabe
Blechdose Blechdose Nordsee Nordsee Kick oder Karte Mensch ärgere Dich nicht - mal anders  

Einige weitere Spiele möchte ich noch vorstellen, die hier eigentlich nichts zu suchen haben, da es sich nicht um Originale handelt. Das erste ist eine Tischdecke mit passenden Servietten, die von der Firma Pappstar vertrieben wurden. Das zweite ist ein Geburtstagsgeschenk, das wir zu unserem 50. Geburtstag geschenkt bekommen haben. Eine wunderschöne Kopie auf den Klassiker "Mensch ärgere Dich nicht" mit einer eigenen Regel des Spiele-Autors Peter-Paul Joopen, eines guten Freundes. Die nächste Ausgabe eines "Mensch ärgere Dicht nicht" heißt "Rainer ärgere Dich nicht", und die bekam ich zu meinem 25-jährigen Dienstjubiläum.

Die Tischdecke Die beliebte Original-Kopie Rainer ärgere Dich nicht      

"Mensch ärgere Dich nicht" im Ausland

"Mensch ärgere Dich nicht" wurde nicht nur in Deutschland, sondern auch im umliegenden Ausland vertrieben. Mir liegen verschiedene Ausgaben aus Holland, England und aus Frankreich vor. Das englische Spiel wurde 1951 unter © von J.F.Schmidt in der U.S.-Zone, Germany, hergestellt. Auch ein Exemplar "für das Gebiet der DDR" hatte ich einmal, doch das besitzt nun ein passionierter DDR-Spiele-Sammler (unten links). Zwischenzeitlich habe ich wieder selber die unten rechts zu sehende "Ostzonen-Ausgabe" aus dem Verlag Der Spielkasten, Berlin, von einem Sammler-Kollegen erhalten. Sie stammt aus dem Jahre 1948 und trägt rechts unten ganz normal die Initialen J.F.S.M. Auf der Spielanleitung, die in den Deckel geklebt ist, steht einmal das Copyright von Josef Freidrich Schmidt, München vermerkt, dann der unten abgebildete Hinweis, dass "dieses Spiel nur für das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik bestimmt ist und nicht nach der Bundesrepublik ausgeführt werden darf", und abschließend noch der Lizenzhinweis auf die Firma Arthur Hennig, Leipzig.

französische Ausgabe   holländische Ausgabe

englische Ausgabe   englische Ausgabe
DDR-Ausgabe   Ostzonen-Ausgabe Ostzonen-Ausgabe

In Berlin (West) gab es nach dem Krieg den Verlag "Der Spielkasten", Inhaber Paul Schmidt. Zunächst 1947 unter der Adresse von Sala in Berlin-Schöneberg, Monumentenstr. 33/34, dann 1949 u. a. im Handelsregister in Berlin-Schöneberg, Martin-Luther-Strasse 61-66. Der Verlag durfte das beliebte Original-Spiel "Mensch ärgere Dich nicht" originalgetreu als Lizenzausgabe sogar mit den Angaben J.F.S.M. im Programm führen. Teils mit dem Hinweis auf dem Titelbild: „nur für die Ostzone“, teils auch mit dem Hinweis auf den Lizenzträger Arthur Hennig, Inhaber Curt Matthes. Nach 1950 konnte er nicht mehr nachgewiesen werde.

Auch ein "Mensch ärgere Dich nicht", aber nicht von Schmidt-Spiele, ist die nebenstehende Ausgabe. Sie stammt von "Amor Spielefabrik Linz-Donau". Es gibt keinerlei Hinweis auf Schmidt oder auf eine Lizenz.
Eine weitere Ausgabe, die nicht von Schmidt ist, stammt aus dem Verlag J.W. Spear & Söhne, Nürnberg. Hier gibt es aber den Genehmigungsvermerk von Josef Friedrich Schmidt München.

Ausgabe von Amor Spielefabrik 
	Linz-Donau Logo von Amor Spielefabrik 
	Linz-Donau
Ausgabe von J.W. Spear & 
	Söhne, Nürnberg
                                             Ausgabe von J.W. Spear & 
	Söhne, Nürnberg

Hier stelle ich Euch noch die Liste meiner "Mensch ärgere Dich nicht"- Ausgaben zum nachlesen als Excel-Tabelle zur Verfügung.

Irgend wann bin ich zufällig darüber gestolpert, dass "Mensch ärgere Dich nicht" auch anderswo auftaucht: In Büchern, in anderen Spielen oder auch in der Werbung. Nebenan findet ihr die ersten Beispiele:

Auf dem ersten Bild seht ihr das Spiel "Gerüchte Küche" von Adlung aus dem Jahre 2000. Autor ist Hartmut Witt. Im Spiel sind insgesamt 6 Karten mit dem "Mensch ärgere Dich nicht"-Brett enthalten.

Im Buch "Die Lisa - Ein Leben" aus der ars Edition wird auch "Mensch ärgere Dich nicht" gespielt.

Eine besondere Ehre bekam "Mensch ärgere Dich nicht" am 11.02.2010: Da erschien "Mensch ärgere Dich nicht" auf einer Briefmarke.

Mensch ärgere Dich 
	nicht im Spiel
Mensch ärgere Dich 
	nicht im Spiel
Die Lisa, ars Edition
Die Lisa, ars Edition
Briefmarke
Politik

"Mensch ärgere Dich nicht" wurde auch politisch: In einem Zeitungsartikel im politischen Wahlkampf irgendwo wurde der "Farben" wegen das Spiel bemüht, man erkennt es am Spielbrett.

Ersttagsbrief

In einem anderen Zeitungsartikel wird das "Mensch ärgere Dich nicht" in einem "Weltzeit-Kalender" als Meilenstein erwähnt. In der Reihe von 3.000 vor Christus bis zum Jahre 2010 kommt das Jahr 1914 vor: "Das 1. deutsche Brettspiel in Serie - "Mensch ärgere Dich nicht".

Jahrhunterte Jahrhunterte

Geburtstagskarte  Geburtstagskarte Mit "Mensch ärgere Dich nicht" kann man auch alles Gute zum Geburtstag wünschen: "Du bist ein Gewinnertyp!"


"Ganz schön bunt" sagt Faber Castell mit "Mensch ärgere Dich nicht":
Geburtstagskarte  Geburtstagskarte

Auch zum Verzehr geeignet kann das "Mensch ärgere Dich nicht" sein. Diese Torte fand ich auf MäDn-Dessert einem Dessert-Buffet bei einer großen Spiele-Veranstaltung: Panna Cotta Spielfeld.
Auch sehr ungewöhnlich ist die "Mensch ärgere Dich nicht"-Anit-Stress-Keule. MäDn-Anti-Stress-Keule Die Keule ist aufblasbar und 55 cm lang. Das Büchlein enthält tipps und Tricks zur Stressbekämpfung.

Für "Spielregeln im Internet" wirbt die Landesanstalt für Medien NRW in Kooperation mit der Landeszentrale für Medien und Kommunikation mit einem Ausschnitt des "Mensch ärgere Dich nicht"-Spielplans auf einer Broschüre. MäDn-Internet
Die Firma
Rhepanol - Flachdach Technologie
hat auf einer Info-Postkarte mit einem unscharfen "Mensch ärgere Dich nicht" -Spielplan geworben.
MäDn-Rhepanol

Das Stadtmuseum Meißen hat zu einer Ausstellung zum Thema "100 historische Spiele" einen Flyer veröffentlicht, auf dem mit dem "Mensch ärgere Dich nicht" geworben wird. Diese Ausstellung fand in der Zeit vom 21.11.2011 bis 29.01.2012 statt.

MäDn-Stadtmuseum Meißen

Zum Abschluss möchte ich Euch noch mit einigen Bildern zeigen, was die Firma Schmit noch alles mit seinem berühmten "Mensch ärgere Dich nicht" gemacht hat (von links nach rechts): Katalog-Werbung, Einladungskarten für Essen und Nürnberg, Einkaufstaschen, Buttons, Händler-Werbung, ...

Gesamt-Katalog 1999 Einladungskarte Nürnberg Einladungskarte Spieltage 
	SPIEL'99 Essen Einladungskarte Einkaufstasche
Händler ärgere Dich nicht        

Ich hoffe, ich konnte Euch eine interessante Zusammenstellung über mein Sammelgebiet "Mensch ärgere Dich nicht" bieten und bin immer dankbar für ergänzende Hinweise, Aufdeckung von Fehlern und natürlich auch für erschwingliche Ausgaben von "Mensch ärgere Dich nicht", die ich noch nicht habe und von denen Ihr Euch trennen möchtet. Jede Nachricht richtet Ihr bitte an meine eMail-Adresse: alte-spiele.rainer@alte-spiele.de Demnächst werde ich eine separate Seite zusammenstellen, auf der ich dann alle meine Plagiate, verwandte und ähnlich klingende Spiele vorstellen möchte. Bis dahin wünsche ich Euch noch viel Spaß beim Stöbern auf unserer Inernetseite.

Quellenangaben:
- Schmidt Spiele: 90 Jahre "Mensch ärgere Dich nicht", Presseinformation vom 24.06.2004
- "Mensch ärgere Dich nicht" Geschichte eines Spieleklassikers, Pressemitteilung des Spielzeugmuseums Nürnberg zur Sonderausstellung vom 2. Juli 2004 bis 13. Februar 2005
- Ärger-Spiele, Varianten und Verschärfungen von "Mensch ärgere Dich nicht " bis "Malefiz", Dirk Hanneforth und Andreas Mutschke, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1991
- Wie man ein Spiel 'klont' am Beispiel "Mensch ärgere Dich nicht", Teil 1, von Andreas Mutschke, Spielbox, 1991, Heft 2, Seite 43 bis 45
- Wie man ein Spiel 'klont' am Beispiel "Mensch ärgere Dich nicht", Teil 2, von Andreas Mutschke, Spielbox, 1991, Heft 3, Seite 38 bis 40
- "Mensch ärgere Dich nicht" feiert Geburtstag: Klassiker wird 85, von Peter Neugebauer, Spielbox, 1999, Heft 5, Seite 7
- "Mensch ärgere Dich nicht" - Das Knobelspiel, Beschreibung von Herbert Heller, Fairplay, 1999, Heft 47, Seite 38
- Variante für das "uralte" populäre Brettspiel, Spielbox 1988, Heft 3, Seite 45f, besser spielen
- Turnierregeln zu "Mensch ärgere Dich nicht", Pöppel-Revue, 1995, Heft 3, Seite 70
- Mensch ärgere Dich nicht - Geschichte eines Bestsellers - Ex Oriente Lux Ludo, Spielbox 2008, Heft 4, Seite 34
- Spiel Nr. 1 ist noch heute im Programm, Spielbox 2010, Heft 2, Seite 32


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